Berta Fischer - "Adalyrian"
Konzept: Mein Vorschlag für die Arbeit im Atrium des Stabs- und Verwaltungsgebäudes formuliert ein Wol-kengebilde, welches als schwebende Skulptur mehrere Etagen verbindet. In einer aktuellen Grup-penausstellung der Schirn Kunsthalle in Frankfurt stelle ich ein beispielhaftes Konzept vor, bei dem mehrere Module miteinander verbunden werden, um eine größere Struktur zu schaffen. Jedes der Wolkenmodule kombiniert irisierende Acrylplatten mit fluoreszierenden Acrylglasplatten. Die irisierenden Platten übersetzen Licht und deren Reflexion in ein regenbogenartiges Farbspektrum. Die fluoreszierenden Platten sind als Farbverlauf in sich zweifarbig. Es werden zum einen die Grund-farben Rot und Grün, und zum anderen Grün mit dem orangenen Fluoton verbunden. Die fluoreszierenden Farben lassen die Kanten leuchten und erscheinen wie Linienzeichnungen im Raum. Indem die verschiedenen Module und ihre Oberflächen im Raum verbunden werden, wird die Form der Skulptur in der Luft modelliert. Die große Wolkenform für das Atrium des Verwaltungsgebäu-des des Bundeswehrkrankenhauses in Ulm wird aus 24 einzelnen Modulen bestehen, die mitei-nander verbunden sind und sich vertikal im Atrium entfalten. Die drei Etagen umschließen die Skulptur und bieten Betrachter*innen unterschiedliche Blickwinkel, aus denen die Skulptur wahrge-nommen werden kann.
Die Skulptur wird sehr filigran erscheinen, da das verformte Material nur 3 mm stark ist. Durch die Verwendung eines so dünnen Materials soll die Skulptur leicht und schwebend wirken und den-noch eine stabile und sichere Struktur haben. Gemeinsam mit dem eingereichten 1:10 Architektur-modell sind zwei kleinere Materialproben beigefügt, die beispielhaft für die reelle Materialstärke eines einzelnen Wolkenmoduls dienen können. Der größere Maßstab eines Wolkengebildes im Atrium wird wesentlich mehr Biegungen und stärkere Verformungen in der Oberfläche des Materials zulassen als im vorliegenden Modell. Die raumgreifende Wolkenstruktur Adalyrian strahlt eine Art Immaterialität und Leichtigkeit aus, wie eine extraterrestrische Erscheinung, die von Schwerkraft rätselhaft unberührt im Raum schwebt. Assoziationen an Planetenkonstellation, Schwerelosigkeit, Wolkengebilde, einer Cloud und Spiralen lassen unterschiedliche Betrachtungen zu. Gleichzeitig spannt das Objekt den Bogen zwischen abstrakter Idee und konkreter Form. Die Mitarbeiter*innen der Verwaltung mögen aus ihren Büros heraustreten oder beim Vorbeigehen in einen sphärischen Raum voller Licht, Formen und Farben treten. Das von oben in das Atrium fallende Licht wird die Farben auf den Oberflächen subtil brechen und reflektieren, und damit auch über das Wolkengebilde hinaus in den umgebenden Raum eintreten. Zugleich hoffe ich, dass diese Assoziationen ein Nachdenken über Raum, Farbe, Materie und Immaterialität, sowie Transzendenz ermöglicht.
Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Jury würdigt die gelungene Ästhetik, die mit dem Motiv der Wolke eine Verbindung von innen und außen herstellt. Die poetische Tiefe der einzelnen, individuelle Formen wird positiv wahrge-nommen, ebenso wie die heitere Stimmung, die das Werk erzeugt. Die Architektur wird überzeu-gend durch das Spiel von Licht und (farbigen) Schatten miteinbezogen.