Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Candy Lenk und Anna Borgman - „Szene mit vier Fragmenten und einer Wolke“

Konzept Lenk und Borgman

Beurteilung durch das Preisgericht:

Ein Wintergarten wird zum räumlichen Bild.

Die Arbeit setzt sich aus zwei Elementen zusammen: einer Lichtinstallation und vier Bodenelementen. Die Innenwände und die Decke des Raums werden verspiegelt. In ihrem Zusammenspiel entwickeln diese „Zutaten“ eine starke Dynamik und Dreidimensionalität.

Das Licht - ein abstrakt leuchtendes Wolkenfragment „schwebt“ an der Decke des Wintergartens und wird erst durch seine Spiegelung vervollständigt. Diese Wolke symbolisiert nicht nur Unbeständigkeit, Wandelbarkeit und Leichtigkeit. Zu Ihrer Ikonographie gehören ebenfalls die Naturkräfte und die Grenzenlosigkeit. Auch hier im Wintergarten der UN übertritt sie Grenzen und steht damit für die Grenzenlosigkeit.

Die vier am Boden platzierten modernen Elemente, könnten Sitzgelegenheiten sein. Sie sind in ihrer Form nicht festgelegt, wirken allerdings vage technoid.

Die Gegenüberstellung und das Zusammenspiel von Fragment und Ganzheit verleihen der Arbeit einen besonderen Reiz und erzeugen eine hohe Dynamik des Raumes.

Die Arbeit setzt sich intensiv mit dem Innen- und Außenraum auseinander. Die Raumöffnung und der Dialog zwischen Betrachter und dem Werk zählen zu den besonderen Qualitäten des Entwurfs. Ebenfalls wird der verborgene Sinnzusammenhang der vier Bodenfragmente von der Jury positiv bewertet. Diese Formsprache der technischen Fragmente und deren Platzierung im Raum regen zu einer allgemeinen Reflektion an.

Der Entwurf besitzt trotz einer gewissen Kühle und Abstraktheit eine hohe Aufenthaltsqualität. Dies wird vom Nutzer und von der Jury ebenfalls positiv bewertet.

Den Verfassern des Entwurfs gelingt es in dem Wintergarten eine völlig eigenständige Atmosphäre zu erzeugen. Der Raum wird zum Objekt, zu einer künstlichen Landschaft. Der Betrachter wird zum Akteur.

Lenk und Borgman UN