Tobias Rehberger - "Zentrale"
Konzept: Der Entwurf von Tobias Rehberger für das Verwaltungsgebäude des Bundeswehrkrankenhauses Ulm sieht 9 große, runde Glasspiegel vor, die im Luftraum des Atriums abgehängt werden. Ein Teil davon ist wie normale Spiegel silbern, die anderen sind gold- und kupferfarben getönt, wobei je-weils nur eine Seite der Platten spiegelt und die andere eine matt gebürstete Oberfläche aufweist. Die Spiegel haben unterschiedliche Durchmesser zwischen 140 und 310 cm und werden so positi-oniert, dass es auf jeder Etage einen Standort gibt, von dem aus von jeder der drei Etagen eine Tür in einem Spiegel sichtbar ist. Dabei stehen die Türen stellvertretend für die einzelnen Arbeits-einheiten, die im Rahmen der Verwaltungstätigkeiten zusammenwirken. So repräsentiert die Instal-lation eine poetische Reflexion über die Komplexität der administrativen Vorgänge und der unab-dingbaren, vielfältig verflochtenen Kommunikation, die in einem solchen Kontext erforderlich ist. Die neun runden Glasspiegelplatten, die im Luftraum des Atriums schweben, sind metaphorische Darstellungen der Strukturen, Akteure und Prozesse, die hier täglich stattfinden und in ihrem Zu-sammenwirken die Funktion des Bundeswehrkrankenhauses gewährleisten. Die Spiegel repräsentieren nicht nur die individuellen Identitäten, sondern auch die unterschiedlichen Abteilungen und Bereiche, die in diesem Verwaltungsgebäude arbeiten.
Die silbernen Spiegel stehen für die Neutralität und Objektivität, die in administrativen Entscheidungsprozessen notwendig sind, während die kupferfarbenen Töne für Zusammenarbeit und Infor-mationsaustausch stehen. Die goldenen Spiegel versinnbildlichen die Werte und den Reichtum der Erfahrungen, die in diesem Gebäude geteilt werden.
Die stabile und präzise Positionierung der Spiegel symbolisiert die Notwendigkeit, klare Strukturen und Prozesse aufrechtzuerhalten, um effiziente Verwaltungsabläufe zu gewährleisten. Insgesamt soll diese Installation die Betrachter dazu anregen, die Komplexität der administrativen Vorgänge und die Bedeutung der Kommunikation in einem solchen Umfeld zu erkunden und zu schätzen.
Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Jury würdigt das inhaltlich wie formal überzeugende Konzept mit seiner sprechenden Meta-pher für Verwaltung und Kommunikation sowie der kraftvollen Komposition. Die Einfachheit der Mittel wird wirkungsvoll eingesetzt, um den architektonischen Raum zu bespielen. Für den Ar-beitsalltag werden die vielen Spiegelungen jedoch als zu unruhig erachtet und das Objekt insge-samt als zu kraftvoll für den Raum.